Abschied vom Perfektionismus (III): Zeit und Energie

Hintergrundbild im Ghostwriter-Blog – Head im Perfektionismus

Das perfide an übertriebenem Perfektionismus: Er raubt Zeit, Energie und drosselt die eigene Arbeitsleistung – dies alles im Namen einer falsch verstandenen Idee von Qualität.

Was tun?

Treten massive Zweifel an der eigenen Arbeit auf, so hilft es, sich auf das wesentliche zu konzentrieren – Dies betrifft zunächst den Inhalt der Arbeit; Wer die Grundgedanken der maßgeblichen Theoretiker richtig wiedergibt, wer die offenen Punkte in der Forschung erwähnt und in seiner Arbeit eine klare argumentative Struktur aufbaut, der hat bereits die wesentlichen Anforderungen erfüllt. Hohe Bedeutung kommt auch den Formalien zu.
Hintergrundbild im Ghostwriter-Blog – Head im Perfektionismus
Sicher ist ein Text von hohem stilistischen Niveau schöner zu lesen als eine dröge, technische Beschreibung voller Fremdworte. Dies ist jedoch zweitrangig und sollte sich, wenn überhaupt nur minimal auf die Beurteilung niederschlagen.

Übertriebener Perfektionismus entsteht nicht über Nacht, sondern durch bewusste oder unbewusste Gewohnheiten, die sich – mit etwas gutem Willen – zum Glück auch wieder abtrainieren lassen.

Problem erkannt…

Problem gebannt? Noch nicht. Aber das Erkennen, genauer: die Offenlegung schädlicher Gewohnheiten, ist sicherlich ein Schritt, ohne des es kaum geht. Zielführende Fragen können hierbei helfen:

  • Wird eine Formulierung tatsächlich besser, wenn ich sie noch drittes, viertes, fünftes Mal durchdenke?
  • Folge ich einem weltfremden Qualitätsverständnis, das die Quantität auf ein zu geringes Maß drückt?
  • Organisiere ich meine Arbeitszeit effizient?

Und schließlich: Verwandle ich durch übermäßigen Perfektionismus meine Arbeit in eine dauernde Belastung, anstatt Gefallen an ihr zu finden – und dadurch letztendlich nicht nur leichter, sondern auch besser gestimmt voranzukommen?

Abhilfe?

Es ist wichtig, sich die hohen „Nebenkosten“ eines zu intensiven Perfektionismus vor Augen zu halten; Denn die Konsequenzen sind möglicherweise äußerst negativ, zumal es sehr viel Energie kostet, sich beständig zu einer unerfreulichen Tätigkeit zu zwingen; Die wissenschaftliche Lust am Entdecken von Zusammenhängen geht dabei verloren.

Der Inhalt einer Arbeit wird nicht dadurch verbessert, wenn eine Viertelstunde in die Suche nach einem perfekt klingenden Wort oder Satz investiert wird – ganz im Gegenteil! Denn diese Zeit geht auf Kosten der Recherche und des Nachdenkens – Dinge, die für eine gelungene Arbeit weitaus wichtiger sind als der Stil.

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