Akademischer Ghostwriter: der ideale Beruf?

Wissenschaftliche Texte verfassen und dafür Geld erhalten – klingt gut, ist aber selten so unkompliziert.

So einfach ist es nicht

Wer sich heute als akademischer Ghostwriter betätigen möchte, findet viele Agenturen, die ein schnelles, unkompliziertes Einkommen versprechen. Rasch ist die Bewerbung verfasst und man erhält eine Meldung, man sei nun im Kreise der möglichen Autoren und würde benachrichtigt, falls ein passender Auftrag käme.
Möglicherweise kommt der passende Auftrag dann auch prompt – begleitet von einer Nachricht, dass dieser Auftrag auch an zahlreiche andere Autoren gehe und hier das Prinzip vorherrscht, dass der erste, der sich meldet, den Auftrag erhält.

Wie sieht die Tätigkeit konkret aus?

Geht man davon aus, dass ein Auftrag ergattert wurde, so hängt es nicht nur vom eigenen Können, sondern auch von der Agentur und ihrem Umgang mit den Autoren ab, ob die Tätigkeit als Ghostwriter lukrativ ist. Hier lohnt sich zuvor ein Blick auf die Kundenwerbung der eigenen Agentur: Falls diese verspricht, Texte zu sehr günstigen Seitenpreisen zu liefern, ist der Lohn für die Ghostwriter extrem schlecht und die Tätigkeit ähnelt einem Niedriglohnjob.
Denn gerade akademisches Ghostwriting ist sehr zeitaufwändig und mitunter auch nervenaufreibend: Man muss sich neues Wissen aneignen, viele Texte lesen, in der Anfangszeit auch Fremdworte nachschlagen, Bücher bestellen oder in die Bibliothek gehen und den Text treffend formulieren. Es gilt, den Anspruch der Agenturen zu erfüllen und hochwertige Texte zu liefern.
Nur seriöse Agenturen können ihren Kunden gute Texte und ihren Schreibern angemessene Bezahlung garantieren. Dies wirkt sich auch auf die Motivation aus; Wer wegen der niedrigen Seitenhonorare gezwungen ist, viel Text zu liefern, dem ist die Qualität egal – ebenso wie sie der unseriösen Agentur egal ist, die darauf spekuliert, dass Kunden kaum reine rechtliche Möglichkeit haben, dies zu reklamieren oder andere Kunden auf die schlechten Leistungen der Agentur aufmerksam zu machen.
Wer als Student einen Job bei einer Niedrigpreisagentur annimmt, wird schnell von der Realität eingeholt, zumal auch die Konkurrenz nicht schläft.

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