Akademischer Ghostwriter: Ein Beruf wie jeder andere?

Ghostwriter müssen eine Reihe von Eigenschaften aufweisen, die auch in anderen Berufen gefordert sind. Teamfähigkeit gehört nicht unbedingt dazu.

Die Eigenschaften und Fähigkeiten

Der ideale Ghostwriter ist gebildet, erfahren in mehreren wissenschaftlichen Fächern und ihren Methoden, belastbar, liefert schneller als es der Termin vorsieht und macht aus den wenigen vorhandenen Kunden- und Themeninformationen eine gut lesbare, stilsichere und inhaltlich hochwertige Arbeit – nach Möglichkeit noch in genau jenem Tonfall, den der Kunde als seinen eigenen erkennt.

Selbständiges Arbeiten

Die Anforderungen sind also hoch, zumal es darum geht, ständig größere und kleinere Entscheidungen zu treffen, welche Literatur zu nutzen ist, wie diese beschafft werden soll und welches Werk in welchem Ausmaß in die eigene Arbeit aufgenommen wird. Die Quintessenz wissenschaftlichen Arbeitens dagegen, die nötigen Schlussfolgerungen, müssen ebenfalls gut durchdacht werden. Denn durch bloßes Zitieren wird lediglich eine Grundlage geschaffen, auf der sich dann die eigenen Gedanken entfalten können.
In einem guten akademischen Ghostwriter steckt somit immer auch ein Wissenschaftler, der sich um den eigenen Erkenntnisfortschritt bemüht, der aber gerne außerhalb des universitären Systems mit all dessen Widersprüchen und Unzulänglichkeiten bleibt.
Wer während des Studiums nicht nur gerne, sondern auch vielseitig und in größeren Sinnzusammenhängen schreibt, hat damit zumindest ein Indiz dafür, dass er eventuell auch als Ghostwriter geeignet wäre.

Schwieriger Einstieg

Der Weg dorthin ist allerdings heute schwieriger: Obwohl allerorts zweifelhafte Textagenturen aus dem Boden schießen und sich um schreibende Studenten bemühen, sind die Konditionen für diese anspruchsvolle Tätigkeit schlechter denn je: So sind Seitenpreise von unter 30 Euro keine Seltenheit – wer auf diese Weise seine wissenschaftliche Ausbildung zum Tiefstpreis verschleudert, darf sich nicht über die teils erschreckend schlechte Behandlung durch die Agenturen wundern: Gerade jene Agenturen, die es auf Masse abgesehen haben und lediglich beim Webmarketing glänzen, zeigen an ihren Schreibern so wenig Interesse wie an ihren Kunden und nutzen die Naivität und Unerfahrenheit beider aus. Wer also Ghostwriter werden möchte, sollte derartige, unseriöse Agenturen weiträumig umfahren.

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