Akademisches Ghostwriting: Das Exposé schreiben lassen? (I)

Eine Entscheidungshilfe zum Exposé: Die Methode

Ein Exposé soll die Leser über Thematik, Gliederung und Vorgehensweise einer wissenschaftlichen Arbeit informieren. Auch wenn das Exposé nur wenige Seiten umfassen sollte, kann die Erstellung mehr Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen als das Schreiben eines ganzen Kapitels einer Master- oder Bachelorarbeit. Denn für ein aussagekräftiges Exposé ist mehr nötig als das Studium einiger Bücher. Die Zeit, die für das Exposé aufgewendet wird, ist allerdings gut investiert, weil das gesamte Schicksal der Arbeit davon abhängt: Ein Exposé, das seine Leser nicht überzeugt, kann bestenfalls zu einer 2. Chance führen, nämlich zur Aufforderung, eine grundlegende Überarbeitung vorzunehmen. Es kann aber auch eine komplette Ablehnung des Projekts nach sich ziehen.

Wie soll nun beim Verfassen des Exposés vorgegangen werden? Hierbei ist es nicht mit dem einfachen, schrittweisen Ablauf von Recherche und Schreibvorgang getan. Stattdessen steht die kontinuierliche Verbesserung der eigenen Kenntnisse im Vordergrund: Gedanken werden entwickelt, mit dem theoretischen und empirischen Forschungsstand verglichen, es werden ggf. Anregungen aus anderen Forschungsfeldern berücksichtigt und reflektiert. Dies umfasst auch das mitunter schmerzhafte Verwerfen ursprünglicher Entwürfe, in deren Entwicklung viel Arbeitszeit eingeflossen ist.

Zunächst geht es darum, eine sinnvolle Grundfrage zu finden, die die Richtung der Arbeit grob vorstrukturiert. Diese Frage gibt noch nicht die endgültige Forschungsfrage wieder, die später in der Arbeit gestellt wird, da es derzeit noch an Konkretisierungen fehlt. Diese werden später, nach einem Studium der theoretischen Literatur, ihrer Methoden und Strategien, ergänzt.

Hilfreich ist es, sich an den Hauptbegriffen des jeweiligen Themas zu orientieren und diese für die Arbeit klar zu definieren. Erst wenn sie – und ihr Verhältnis zueinander – geklärt sind, ist der erste Schritt getan.

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