Akademisches Ghostwriting: Die Außenwirkung einer Branche

Akademisches Ghostwriting hat derzeit mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Aus einer Mischung von Halbwissen und Abneigung heraus wird es mit Plagiaten oder Täuschungsabsichten in Verbindung gebracht.

Auch tauchen immer wieder neue Agenturen auf dem Markt auf, werben mit vermeintlicher Qualität, Seriosität, euphorische Kundenaussagen und schicken Logos. Hinter vielen dieser Agenturen verbirgt sich nicht mehr als eine Person, die Vermittler, Werbeagentur und Ghostwriter in Personalunion ist.

Einige Ghostwriter sind sich leider nicht zu schade, auf unlautere Arten zu werben, Konkurrenten des Betrugs zu bezichtigen und jede noch so kleine Möglichkeit der Eigenwerbung zu nutzen, beispielsweise über einzeilige Forenbeiträge und Kommentare, die sich nicht dem Thema, sondern vor allem dem Hinweis auf die eigene Seite oder Dienstleistung widmen. Auf diese Weise entsteht ein Bild, das Außenstehende leicht verallgemeinern, ohne dabei die Unterschiede zwischen den Dienstleistern in Betracht zu ziehen.

Tatsache ist: Es gibt Unternehmen, die ihre Kunden wie auch ihre Mitarbeiter gleichermaßen zu überlisten versuchen: Die Mitarbeiter – in einigen Fällen Studenten, denen das nötige Rüstzeug fehlt – geben sich mit einem Seitenhonorar von 20 Euro oder gar weniger zufrieden und liefern Texte, die oft keinerlei Souveränität im Umgang mit dem Thema erkennen lassen. Die Kunden, die deutlich höhere Seitenpreise bezahlen, sind dann der Gefahr böser Überraschungen ausgeliefert, wobei die Agentur darauf spekuliert, die Mehrzahl der Kunden werde die mangelhafte Dienstleistung aus Gründen der Diskretion einfach hinnehmen und den finanziellen Verlust verschmerzen.
Seriöse Agenturen arbeiten grundlegend anders: Der Grund ihres Erfolgs – und ihrer langjährigen Existenz – hat mehrere Ursachen:

  • Eine konkrete und detaillierte Absprache mit den Kunden zu Gliederung, Literatur und Ausrichtung der Arbeit.
  • Die Auswahl hochwertiger und erfahrener Autoren unterschiedlicher Fachgebiete.
  • Die Zahlung angemessener Honorare.
  • Eine für alle Seiten faire und kulante Regelung, falls es wider Erwarten zu Beanstandungen kommen sollte.

Kunden sollten sich also vor Auswahl eines Ghostwriting-Dienstleisters genau über dessen Arbeitsweise informieren – gerade weil das Bild, das die Branche von sich liefert, häufig zu wünschen übrig lässt.

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