Akademisches Schreiben am PC: Der Literaturkatalog

Wo sich früher Bücher und kopierte Aufsätze aus der Bibliothek stapelten, wo Pakete und Zeitschriften eintrafen und begierig aufgeschlagen wurden, wo markiert und geforscht wurde, scheint heute Friedhofsruhe eingekehrt zu sein. Denn das Chaos hat sich in den virtuellen Raum zurückgezogen.

Sammeln und Katalogisieren

Weil der größte Teil der Literatur inzwischen in den Formaten PDF und HTML vorliegen dürfte und weil wissenschaftliche Dateien oft frei verfügbar im Netz stehen, sammelt sich schnell eine große Zahl von Dokumenten an. Das Problem: die eifrig heruntergeladenen Dateien verfügen nicht nur über kryptische Namen, aus denen weder Autor, Zeitschrift noch Erscheinungsjahr hervorgehen. Bis ein solches Dokument in einer wissenschaftlichen Arbeit zitiert werden kann, ist es ein weiter Weg. Denn neben dem richtigen bibliographischen Format, das sich von Land zu Land, Fach zu Fach und Universität zu Universität unterscheidet, muss auch die Internetadresse angegeben werden, die gerade bei längerem Arbeiten gerne einmal in Vergessenheit gerät.

Lösungsmöglichkeiten

Zunächst sollte man sich fragen, wieviel Aufwand für die Verwaltung, Sortierung, Benennung und Verschlagwortung (bzw. die Erhöhung der Chancen, ein Dokument oder Zitat wiederaufzufinden) gerechtfertigt ist. Hierbei aber bitte nicht übertreiben! Niemandem ist gedient, wenn die Verwaltung genau jene Zeit auffrisst, die zum Recherchieren und Schreiben nötig wäre. Bei den meisten Arbeiten im Umfang von bis zu 20 Seiten dürften es genügen, einen Katalog in Textform anzulegen.
Wird eine Arbeit weitaus umfangreicher und komplexer, und müssen neben den eigentlichen bibliographischen Daten auch Schlagworte, Zitate und Informationen zu Struktur und Inhalt zur Verfügung stehen, lohnt es sich, die Strategie der Datenverwaltung genauer zu planen. Ob Excel, Calc oder eine eigens dafür geschaffene Literaturverwaltung, bleibt jedem selbst überlassen.
Fest steht, dass sich die in eine sinnvoll strukturierte Datenbasis investierte Arbeit vielfach auszahlt. Gerade dann, wenn möglicherweise später das Thema nochmals im Rahmen einer Dissertation oder gar Habilitation angegangen wird.

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