Das richtige Studium (III): Erwartungen und Realitäten

Die Aufnahme eines Studiums ist meist von großen Hoffnungen und Erwartungen begleitet, von denen zumindest einige zwangsläufig enttäuscht werden.

Ein Grund dafür ist zunächst, dass Abiturienten vor Studienantritt oft nur einen sehr begrenzten Eindruck von dem haben, was sie an den Universitäten erwartet, was die Universitäten von ihnen erwarten und worin die Themen und Methodiken ihrer Studienfächer bestehen.

Falsche Vorstellungen

Wer „etwas mit Menschen“ machen möchte und aus diesem Grund Soziologie studiert, wird möglicherweise erst zu spät feststellen, dass er im Studiengang „Soziale Arbeit“ möglicherweise besser aufgehoben wäre. Ein Psychologiestudium, das eine große Anzahl an Berufsperspektiven eröffnet, erfordert dagegen zunächst die Beschäftigung mit drögen statistischen Zahlenkolonnen, mit Korrelationen, Wahrscheinlichkeiten, Varianzen, Konsistenz- und Reliabilitätswerten.

In einigen Fällen – wenn etwa die Diskrepanz zwischen Hoffnungen und Realitäten zu groß wird – bleibt kein anderer Weg, als das Studium zu beenden. Um einem solchen Ende mit Schrecken vorzubeugen, existieren mehrere Möglichkeiten; die beste Option besteht sicherlich darin, sich vor Aufnahme des Studiums ausreichend über Inhalte und Methoden des Fachs zu informieren und zu prüfen, inwieweit diese den eigenen Interessen und Fähigkeiten entsprechen.

Durststrecke

So wenig tröstlich es erscheinen mag: Nahezu alle Studenten dürften im Lauf des Studiums an einen Punkt gelangen, an dem die Weiterführung fraglich ist, an dem die Belastung zu groß zu werden scheint oder an dem mit dem Gedanken gespielt wird, das Studium abzubrechen oder das Studienfach zu wechseln. Eine solche Durstrecke kann insbesondere dann überbrückt werden, wenn eine professionelle Hilfe existiert, die einen Teil der Arbeitsbelastung abfedert und Wege zeigt, wie sich die Fülle des Materials besser Strukturieren und bearbeiten lässt und wie mit der Frage lästiger Formalien umgegangen werden soll.