Eine Karriere als Ghostwriter?

Die Fähigkeit, ausdrucksstark und präzise schreiben zu können, ist ein solides Fundament für den ausgefallenen Beruf – allerdings längst nicht alles.

Auf vielen Job-Portalen, Berufsbörsen und Medienseiten finden sich Anzeigen wie „Ghostwriter gesucht – gutes Honorar“. Bei diesen Anzeigen handelt es sich in vielen Fällen um akademisches Ghostwriting, also die Erstellung wissenschaftlicher Texte.

Welche Fähigkeiten sind dabei hilfreich? Zunächst geht es um das technisch-handwerkliche selbst: Hierzu gehört die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten. Damit ist vor allem das Recherchieren gemeint. Der Umgang mit wissenschaftlichen Datenbanken im Internet oder in Universitätskatalogen gehört ebenfalls zum Rüstzeug. Personen, die lieber alleine arbeiten als im Team haben hier einige Pluspunkte. Darüber hinaus muss bei wissenschaftlichen Texten präzise überlegt und treffend formuliert werden.

Eine weitere Grundvoraussetzung beim akademischen Ghostwriting ist die Kenntnis der Zitierweisen und wissenschaftlichen Formalien. Beides kann sich von Fach zu Fach oder im Laufe der Zeit verändern.

Angehende Ghostwriter, die noch nicht über einen eigenen Kundenkreis verfügen, werden zunächst nicht umhinkommen, für Agenturen zu arbeiten. Bei seriösen Agenturen überwiegen dabei die Vorteile für die jungen Schreiber, denn sie erhalten sie mehr Aufträge als ihnen dies als „Einzelkämpfer“ möglich wäre. Gleichzeitig können sie ihre Fähigkeiten schulen, wenn es darum geht, schnell neue und teils sehr spezifische Themenfelder zu erschließen.

Der nächste Schritt – der jedoch weitere Fähigkeiten wie die Selbstvermarktung oder die Kundenakquise voraussetzt – kann in der beruflichen Selbstständigkeit bestehen. Hier sind es vor allem Kunden, die Sachbücher veröffentlichen möchten. Die Selbstständigkeit verlangt dem Ghostwriter allerdings eine Vielzahl weiterer Tätigkeiten wie Planung, Lektorat und Ideenaustausch ab.

Die Entscheidung für den Beruf als Ghostwriter ist, einmal getroffen, weder exklusiv noch endgültig, denn das Schreiben für andere kann sowohl als „2. Standbein“ wie auch als Training oder Übergangslösung auf dem Weg in einen anderen Beruf genutzt werden.

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