Fächer intern: Ghostwriting in der Philosophie

Ein philosophisch ausgerichtetes Studium schreibt keinen klaren Karriereweg vor, sondern bietet ein breites Feld an beruflichen Einsatzmöglichkeiten. Dies ist Chance wie auch Herausforderung. Allerdings fällt das Verfassen akademischer Texte nicht immer leicht.

Kein Wunder, dass Ghostwriter auf dem Gebiet der Philosophie zum Einsatz kommen: Denn die Philosophie als Wissenschaft hat wenig mit jenen farbenfrohen Bildern aus dem antiken Griechenland gemein, wo Denker beim Wein die Welt- und Seinsfragen diskutierten.

Wer sich heute mit dieser Wissenschaft beschäftigt, wird feststellen, dass die Spezialisierung seltsame Blüten treibt und die meisten Texte sich nicht den großen Fragen zu Erkenntnis, Natur, Geschichte oder den Rätseln des Universums widmen, sondern um sehr theoretische und abstrakte Details, um Anmerkungen zu Anmerkungen zu Anmerkungen – jeweils in Form langer Fußnoten, verweisend auf die ebenso langen Fußnoten älterer Texte.

Schnell macht sich Enttäuschung breit – hinzu kommen die leidigen Formalien, die wissenschaftliches Arbeiten kennzeichnen: Die Recherche, die richtige Zitierweise, das Anlegen eines Literaturverzeichnisses. Die Folgen: Statt der Beschäftigung mit den Ideen von Sokrates, Platon, Aristoteles, Descartes und Kant geht es um Zeilenabstände und Textformatierungen.

Akademische Ghostwriter kennen die Probleme aus ihrer eigenen Philosophie-Studienerfahrung, sie verfügen zudem über den Hintergrund einer soliden Allgemeinbildung, die es ihnen erlaubt, sich schnell und präzise mit den Detailfragen des Fachs auseinanderzusetzen – gleichgültig ob an die Erkenntnis- oder die Geschichtsphilosophie angeknüpft werden soll, ob die Suche nach dem moralisch oder gesellschaftlich Guten an sich dokumentiert werden soll, oder Fragen der politischen Philosophie im Vordergrund stehen.

Im Zweifelsfall dienen Ghostwriter auch als Ansprechpartner, wenn es darum geht, ein Thema für einen Text zu finden, eine aussagekräftigte Literaturliste zu erstellen oder auch in ein einen Austausch zu philosophischen Ideen einzutauchen, der sich als sehr fruchtbar für die Reflektion eigener Gedanken erweist.

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