Fremdsprachliche Texte schreiben (II)

Fremdsprachkenntnisse können eine Karriere beflügeln, mangelnde Kenntnisse sie dagegen behindern.

Bekannte Probleme

Zu den Problemen, die sich beim Verfassen fremdsprachlicher Texte ergeben, zählen vor allem die Tatsache, dass das Recherchieren mehr, das Schreiben sogar viel mehr Zeit kostet als bei muttersprachlichen Arbeiten.

Darüber hinaus weist jede Sprache ihre Eigenheiten auf: Gleichgültig, für wie gut Studenten ihre Sprachkenntnisse halten – ein Muttersprachler wird kaum dazu neigen, den Autoren für einen Einheimischen zu halten.

Dies ist selbst dann der Fall, wenn der Text keine tatsächlichen grammatischen oder inhaltlichen Fehler enthält; alleine eine leicht ungewöhnliche Wortstellung, die Nutzung eines Worts in einem unüblichen Zusammenhang oder die unbewusste Schaffung einer Doppeldeutigkeit können entlarvende Zeichen sein.

Hilfestellung

Dies alles ist natürlich kein Grund, sich generell vom Schreiben fremdsprachlicher Texte abzuwenden – schließlich wird nur auf diese Weise die nötige Methodenkompetenz erlernt. Man muss es sich jedoch auch nicht unnötig schwermachen: So gibt es einige Hinweise, wie sich die Probleme minimieren lassen. Hierzu zählen etwa folgende Überlegungen:

  • Wer in einer Fremdsprache schreibt, sollte hierfür möglichst auch fremdsprachige Quellen nutzen, denn es wäre sehr umständlich, alle Fachbegriffe selbst übersetzen zu müssen – vor allem deswegen, weil hierbei neue Fehler drohen, zumal die Begriffe in einigen Fremdsprachen, anders als im Deutschen, nicht aus Wortzusammensetzungen, sondern aus komplexeren, mehrere Worte umfassenden Umschreibungen bestehen.
  • Es ist keine Schande, wenn das sprachliche Niveau niedriger ist als bei deutschen Texten; Wer kurze, prägnante Sätze formuliert, tut sich deutlich leichter. Auch ist es nicht ratsam, zunächst einen deutschen Text zu erstellen und diesen dann zu übersetzen: Einige Studenten neigen nämlich dazu, möglichst alles in einen langen deutschen Schachtelsatz zu packen, der sich dann kaum noch übersetzen lässt.

Auch soll es schon englischsprachige Stundeten gegeben haben, deren Deutschlandaufenthalt sich prägend für den Umgang mit ihrer eigenen Sprache erwiesen hat und die dann vom Dozenten mit der Bemerkung „barbaric teutonic!“ dazu aufgefordert wurden, den Stil ihrer Texte zu ändern und die Satzlänge zu reduzieren.

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