Ghostwriter als Pädagogen?

Ghostwriting ist eine Textdienstleistung und keine erziehende Betreuung. Wer diese beiden Dinge vermischt, spielt mit den Gefühlen seiner Kunden.

Wer einen Ghostwriter beauftragt, hat dafür in der Regel gute Gründe. Termindruck ist sicherlich ein Bestandteil, häufig kommen aber auch Unsicherheit im Umgang mit Texten und wissenschaftlichen Formalien hinzu.

„Komm, ich helfe Dir…“

Einige Ghostwritingagenturen bemühen sich darum, die Kunden vor allem auf emotionale Art anzusprechen und sich als eine Art studentischer Freund zu präsentieren. Dies ist nichts anderes als der Versuch, Naivität und Hilfsbedürftigkeit kommerziell auszunutzen: Kunden, die sich davon angesprochen fühlen, dürften kaum in der Lage sein, die gelieferten Texte anhand scharfer wissenschaftlicher Qualitätsmaßstäbe zu bewerten – stattdessen steht das Gefühl im Vordergrund, nett behandelt worden zu sein.
Nun geht von diesem Gefühl zwar eine gewisse, wohltuende Wirkung aus – der gelieferte Text wird allerdings davon nicht beeinflusst: Ist dieser Text mangelhaft, so trägt dieses Gefühl sogar dazu bei, Mängel zu übergehen – man möchte die netten, neue Freunde ja nicht kritisieren.

Geschäfte mit klaren Regeln

Nüchtern gesehen ist Ghostwriting ein Geschäft, bei dem der Kunde für Leistungen wie Text oder Zusatzdienste wie Beratung oder Lektorat zahlt. Die Teilnahme an diesem Geschäft beinhaltet Pflichten für beide Seiten und sollte nicht durch die Verlagerung auf die Gefühlsebene kompliziert werden.
Agenturen, die dies berücksichtigen, sind nicht nur ehrlicher gegenüber ihren Kunden, sondern bieten auch klar nachvollziehbare Leistungen. Sie können es sich darüber hinaus auch leisten, eventuelle Mängel schnell zu beheben. Denn sie verstehen sich nicht als Pädagogen, nicht als Psychiater oder Freunde, sondern bieten ihre Kunden ehrliche Leistungen gegen ehrliche Bezahlung.

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