Ghostwriting: Politikwissenschaft ohne Ideologie?

Kunden, die politikwissenschaftliche Arbeiten und Gutachten in Auftrag geben, wissen oft wenig darüber, dass gerade bei Billigagenturen die Gefahr besteht, keine Wissenschaft, sondern Meinung zu erhalten.

Worum es geht

Wie andere Wissenschaftsfelder besteht in auch in der Politikwissenschaft in Deutschland der Drang, Forschungsgelder und Unterstützung aus den Haushalten von Bund, Ländern, Ministerien oder anderen Institutionen zu sichern. Dabei geht es um Gelder für Universitäten, großangelegte Forschungsprojekte und Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen.
Die Mitarbeiter von Universitäten sind insbesondere dann gerne gesehene Gäste, wenn sie der Politik bestätigen, richtig gehandelt zu haben. Dort, wo Kritik geäußert wird, werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert oder zur politischen Einflussnahme umgedeutet.
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Alternativlos?

Es entspricht der politischen Praxis, die eigenen Handlungen als möglichst alternativlos darzustellen. Man kann sich die hierfür nötigen, vermeintlich wissenschaftlichen Erkenntnisse heute von Ghostwritern oder aber von „namhaften“ Professoren erstellen lassen – wobei die Tätigkeit beider sich letztendlich stark gleicht: gegen Bezahlung werden diejenigen Fakten und Argumente gesammelt, die der eigenen Position entsprechen, die Positionen der Gegenseite werden mitunter ignoriert oder verzerrt, zumindest aber weniger stark gewichtet.
Was hat dieses Vorgehen noch mit Wissenschaft zu tun?

Die Rolle der Ghostwriter

Ein Kunde eines Ghostwriters hat Anspruch auf einen Text, der nach seinen Vorgaben erstellt wird, damit also auch seinen Vorstellungen entspricht – gleichgültig, ob es sich dabei um ein Essay, einen Liebesbrief oder um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Im Fall einer wissenschaftlichen Arbeit werden sich seriöse Ghostwriter allerdings immer nach dem aktuellen Stand der Forschung richten und dem Kunden mitteilen, falls sich hierbei Widersprüche zur Aufgabenstellung ergeben.

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