Ghostwriting und „gute wissenschaftliche Praxis“ (I)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bietet in einer Broschüre einen Überblick zum Thema „Gute Wissenschaftliche Praxis“.

Darin heißt es: „Wissenschaft gründet auf Redlichkeit. Diese ist eines der wesentlichen Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis und damit jeder wissenschaftlichen Arbeit.“

Anforderungen

In der Broschüre werden die Anforderung an die wissenschaftliche Praxis geschildert, hierzu gehört, neben der Einhaltung der fachlichen Regeln und Dokumentation der Resultate, auch die „strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern.“

Im Einzelnen bedeutet dies, dass die im Text zitierten Gedanken und Grundideen ihren Urhebern zugerechnet werden sollen – damit wäre es beispielsweise unredlich, sich selbst zum Schöpfer des theoretischen Konzeptes eines anderen Autoren zu erheben oder bei einer wissenschaftlichen Diskussion die Beiträge eines Kontrahenten in verzerrender Weise zu schildern, um sie leichter kritisieren zu können.

Verträgt sich Ghostwriting mit „guter wissenschaftlicher Praxis“?

Die Broschüre der DFG erwähnt das Thema Ghostwriting nicht. In Empfehlung 11 zur „Autorschaft bei Publikationen“ (S. 29) wird lediglich festgestellt:
„Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Veröffentlichungen tragen die Verantwortung für deren Inhalt stets gemeinsam. Autorin oder Autor ist nur, wer einen wesentlichen Beitrag zu einer wissenschaftlichen Veröffentlichung geleistet hat. Eine sogenannte „Ehrenautorschaft“ ist ausgeschlossen.“

Die Formulierung „wesentlicher Beitrag“ wird nicht weiter erklärt und ist als Kriterium äußerst schwammig. Über die Gründe hierfür soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden.
Fest steht, dass bei einem Einsatz akademischer Ghostwriter pauschale Aussagen zur wissenschaftlichen Redlichkeit wenig sinnvoll sind und die Umstände geprüft werden sollten. Denn die Unterstellung, akademische Ghostwriter würden nur zur Selbstprofilierung oder gar Täuschung genutzt, passt mitunter nicht zur Realität, wie Teil 2 dieses Artikels zeigen wird.

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