PRISMA: Ein System zur Nachvollziehbarkeit von Literaturrecherchen

Literaturrecherchen folgten in der Vergangenheit wirren, nicht nachvollziehbaren Pfaden aus Ideen, Literaturhinweisen und Schlagwortsuchen. Das PRISMA-System soll dazu beitragen, einen einheitlichen Standard durchzusetzen, der es Lesern erlaubt, die konkrete Recherche nachzuvollziehen.

Wofür steht PRISMA?

Die Abkürzung PRISMA steht für „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses“, kommt also bei der systematischen Literaturrecherche und in Meta-Analysen zum Einsatz. Es handelt sich um eine Dokumentation, die über die genutzte wissenschaftliche Datenbank, das Suchdatum, genutzte Schlagworte sowie die Anzahl der Trefferresultate Auskunft gibt.
http://prisma-statement.org/

Wie wird PRISMA genutzt?

Das Prisma-Flussdiagramm besteht aus vier Phasen:

  • Identification: Die in Frage kommenden Studien werden identifiziert, wobei sowohl Datenbanken wie auch andere Quellen (Literaturlisten etc.) in Frage kommen. Die jeweilige Anzahl wird notiert.
  • Screening: In dieser Phase werden doppelte Einträge entfernt, ein erstes Betrachten der Studien (bzw. ihrer Abstracts) führt dazu, dass unpassende Einträge ebenfalls aus der Liste gelöscht werden.
  • Eligibility / Included: Hier werden die letztendlichen Zahlen der genutzten Studien festgelegt, die in die qualitative und quantitative Synthese einfließen.
  • Darüber hinaus existiert eine umfangreiche Checkliste zu den einzusetzenden Methoden – dadurch soll eine erhöhte Objektivität gewährleistet werden; Dies geschieht etwa, indem alle Kriterien für die Literaturauswahl genannt und konsequent angewendet werden, wobei auch auf die möglichen Gefahren einer verzerrenden Sichtweise eingegangen wird.

    Was bedeutet die Nutzung von PRISMA?

    Zunächst handelt es sich um einen Mehraufwand, der gerade für Personen, die erstmals eine längere wissenschaftliche Arbeit schreiben, zu einer ernsten Belastung werden kann – gerade dann, wenn man bedenkt, dass darüber hinaus die wissenschaftlichen Formalien sowie die Materialflut bewältigt werden müssen. Für Dozenten oder Peer-Reviewer bietet PRISMA die Möglichkeit, die Vorgehensweise überprüfen und schnelle Stichproben erheben zu können.

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