Richtig diskutieren im Studium

Klimawandel, Kriegsgefahr und Wirtschaftskollaps: Themen, bei denen die Emotionen regelmäßig hochkochen. Umso wichtiger ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um in der Diskussion zu bestehen.

Die Diskussion in der Wissenschaft

Idealerweise gestaltet sich eine wissenschaftliche Diskussion so, dass alle Argumente ausgetauscht und rational abgewogen werden. Je nach Reichweite und Güte dieser Argumente sollte sich im Anschluss daran eine Einigung erzielen lassen, die dann zum Konsens in der Wissenschaft wird. Die Realität sieht allerdings anders aus, da etliche Wissenschaftlicher auch persönliche Angriffe gegen unliebsame Konkurrenten vortragen.
Hält man sich vor Augen, dass es nicht das Ziel einer wissenschaftlichen Diskussion ist, „zu gewinnen“ (sprich: die Gegenseite ins akademische Abseits zu stellen), sondern die Schaffung eines wissenschaftlichen Fortschritts, dann sollte klar sein, dass die Diskussion gewissen Regeln folgen muss. Je früher Studenten dies verstehen, umso weniger neigen sie dazu, unfaire Diskussionstaktiken zu praktizieren und damit selbst Angriffsfläche zu bieten

Die Regeln der Wissenschaftsdiskussion

Eine wissenschaftliche Diskussion wird erst dann fruchtbar, wenn beide Seiten in der Lage sind, ihre Vorgehensweisen und Methoden nachvollziehbar zu machen und damit zu zeigen, warum sie zu welchen Ergebnissen kommen. Idealerweise verfügen alle Beteiligten über eine persönliche Integrität, die es ihnen erlaubt, eigene Fehler und Irrtümer einzugestehen und eine folgerichtige Argumentation der Gegenseite anzuerkennen. Sinnvoll ist es, wenn auch ein Wechsel der Perspektive möglich wird; Gerade bei der Darstellung historischer Geschehnisse ist es sinnvoll, diese aus der Sicht mehrerer Beteiligter zu betrachten, um so zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen.
In der Realität wird dieses Ideal jedoch selten erreicht und gerade bei hochemotionalen Themen geht es weniger um die Korrektheit der Methoden als vielmehr um die Verteilung von Sympathien und Antipathien.

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