Schreibblockade: Die Hintergründe

Wer sich generell damit schwertut, zu schreiben, könnte sich zunächst fragen, woran dies konkret liegt und, im Anschluss daran, die entsprechenden Lösungsansätze erörtern.

Nicht einfach abtun!

Wenn das Schreiben schwerfällt, ja sogar unmöglich wird, besteht die einfachste Reaktion darin, dies als „Schreibblockade“ abzutun – vor allem dann, wenn noch genügend Zeit bis zum Abgabetermin ist, neigen Studenten dazu, das Problem zu vertagen, anstatt es zu lösen. Meist ignorieren sie dabei, dass es im Grunde weniger um ein zeitliches Problem geht („ich habe im Moment eben Schreibblockade!“) als um ein methodisches – ein Problem zudem, das sich bei Untätigkeit verschärft.
Studenten tun also gut daran, sich genauer mit den Ursachen und Hintergründen der Frage zu beschäftigen, warum sie nicht schreiben, nicht schreiben können oder nicht schreiben wollen.

Die Ursachenanalyse

Folgende Fragen können helfen, die Ursachen zu erforschen:

  • Ist es der Mangel an Ideen? Dies stellt, genau genommen, im wissenschaftlichen Bereich keine Hürde dar – vielmehr verbirgt sich dahinter zumeist ein Mangel an Reflektion über die Ausgangsliteratur oder die Unkenntnis der anzuwenden Methoden. Denn Sozial- oder Geisteswissenschaften gelten zwar als „Soft Sciences“, sie verfügen aber dennoch über ein umfangreiches methodisches Instrumentarium, das studiert und angewendet werden kann.
  • Ist es die Problematik der Ausformulierung der Gedanken? Wissenschaft ist keine emotionale Literatur und keine Poesie. Es geht darum, Gedanken, Ideen und Konzepte so auszudrücken, dass der Leser sie erkennt und versteht. Studenten sollten sich nicht von dem schlechten, aber weit verbreiteten Beispiel einer abgehobenen Wissenschaftssprache beeindrucken lassen.
  • Ist es mangelnde Motivation? Wissenschaft wird nicht aus Spaß betrieben, sondern, um Ergebnisse zu erzielen, die sich letztendlich verwerten lassen. Motivation entsteht dann, wenn neue Erkenntnisse gewonnen werden, wenn die Neugier auf Ideen und Theorien ansteigt; selbst wenn die Thematik sich trocken oder langweilig anhört – und sich auch während des Recherchierens und Schreibens keine Motivation einstellt – so ist die Beschäftigung dennoch eine gute Übung in wissenschaftlicher Ausdauer und Geduld. Von derartigen Übungen profitieren Studenten stark, weil sie kommende Arbeiten erleichtert.
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