„Seiten vollkriegen“ vs. wissenschaftliches Arbeiten

Viele Studenten sind von der Aufgabe, eine Hausarbeit zu verfassen, schlicht überwältigt. So überwältigt, dass sie nicht bemerken, dass eine Hausarbeit keine zu füllende Kaffeetasse ist.

15 Seiten!

Nachdem der vorgegebene Seitenrand, die Schriftart und -größe, der Zeilen- und Absatzabstand eingestellt wurde, geht es ans Werk. Worte, Sätze, Absätze werden geschrieben – doch irgendwann ist „die Luft raus“: Obwohl alles gesagt zu sein scheint, fehlen noch viele Seiten. Wie weiter?

Wer am Anfang des Studiums die Aufgabe erhält, einen wissenschaftlichen Text von 15 Seiten zu einem bestimmten Thema zu verfassen, kann davon ausgehen, dass sich der Dozent durchaus einmal Gedanken hierzu gemacht hat: Die Seitenzahl – seien es 10, 15 oder 20 – ist verbindlich festgelegt und gibt Studenten die Möglichkeit, sich je nach Thema unterschiedlich intensiv auszulassen; Dementsprechend ist eben nach 7 oder 8 Seiten noch nicht alles gesagt.

Vermutlich wurde ein Teil des Themas oder der Aufgabenstellung übersehen oder viel zu knapp behandelt.

Planung

Eine solche Problematik lässt sich bereits im Vorfeld vermeiden; Bereits bei der Erstellung der Gliederung kann die Aufgabe, die Fragestellung oder die These so formuliert werden, dass sich einzelne, kürzere Unterabschnitte finden lassen.

Dies sorgt nicht nur für konzeptionelle Klarheit, sondern auch dafür, die kürzeren Kapitel besser und genauer bearbeiten zu können. Gleichzeitig wird die große Aufgabe in mehrere kleinere – und damit leichter zu erfüllende – Aufgaben unterteilt.

Und die Literatur?

Wichtig ist es auch, von Anfang an auf die richtige Auswahl der Literatur zu achten. Hierbei bietet es sich an, vom Allgemeinen zum Besonderen zu gehen, also mit der Einführungsliteratur zu starten. Diese gibt Aufschluss über die grobe Thematik, die einzelnen Felder und die wissenschaftlichen Diskussionen. Wer auf einen Text stößt, der nur ein Detail der gesamten Themenbreite wiedergibt, sollte diesen erst gegen Ende der Arbeit nutzen – ansonsten besteht die Gefahr, sich in Details zu verfransen, ohne sich bewusst zu sein, welche Rolle diese in der gesamten Thematik spielen.

Eine freie wissenschaftliche Betätigung fragt übrigens nicht nach dem Seitenumfang, sondern ordnet diesen der Fragestellung unter.

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