Verfahren gegen Bildungsministerin: Uni erkennt Schavan Doktortitel ab

Die Universität Düsseldorf entzieht Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel. Der zuständige Fakultätsrat habe im Plagiatsverfahren für die Aberkennung gestimmt, teilte Dekan Bruno Bleckmann mit. Zwölf Mitglieder des Gremiums stimmten demnach für den Titelentzug, zwei dagegen, es gab eine Enthaltung.  Schavan will gegen den Entzug ihres Doktortitels durch die Uni Düsseldorf klagen. Das teilten ihre Anwälte umgehend am Dienstagabend mit.

Schavan habe als Doktorandin „systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgetäuscht, die sie nicht selbst erbracht“ habe, so Bleckmann. Es seien in „bedeutendem Umfang“ Texte übernommen worden, die nicht gekennzeichnet wurden. Qualität und Umfang der Plagiatsstellen sowie das „öffentliche Interesse am Schutz der Redlichkeit wissenschaftlichen Qualifikationserwerbes“ haben die Entscheidung herbeigeführt. Schavan kann gegen den Titelentzug aber noch innerhalb eines Monats klagen.

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Heute könnte Annette Schavan ihren Doktortitel verlieren

Die Beratung soll mehrere Stunden dauern, und es steht noch nicht einmal fest, ob es eine Entscheidung gibt. Dennoch könnte die Uni Düsseldorf Annette Schavan am Ende des Tages den Doktortitel aberkennen. Denn es gibt deutliche Entzugserscheinungen…

Eines ist klar: Ein locker-flockiges Zusammenkopieren von Text-Versatzstücken, wie es der notorische Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg praktizieren konnte, war zu Schavans Zeiten technisch nicht möglich. Ihre Dissertation tippte sie einst mit der Schreibmaschine ab, für jede Fußnote musste sie die Papierwalze drehen. Der Text ist nicht elegant bündig, sondern im sogenannten Flattersatz gedruckt – die Zeilen laufen ungleichmäßig aus. Kleine Fehler korrigierte die Doktorandin handschriftlich. Mal ist es eine fehlende Seitenzahl, mal ein fehlendes „s“ im Wort „konsensfähig“…”