„Verlag sucht Autoren! Mit Ghostwriting zum Bucherfolg!“

Werbezeilen wie diese finden sich vielfach im Internet, in Newslettern oder in Zeitschriften. Was hat es damit auf sich, zumal doch eher der umgekehrte Fall die Regel sein dürfte und viele Autoren händeringend Verlage suchen?

Die schnöde Wahrheit, die hinter den meisten dieser Anzeigen lauern dürfte, ist: Es handelt sich um Zuschussverlage, die es nicht auf Leser, sondern in erster Linie auf gutgläubige Autoren abgesehen haben: Auf Autoren, die nicht nur die Publikation ihres Werkes mit großzügigen Summen unterstützen, sondern auch noch für Selbstverständlichkeiten (wie etwa das Lektorat oder das Marketing) bezahlen und schließlich auch noch die besten Abnehmer ihrer eigenen Werke sind.

Tatsache ist leider, dass es eine ganze Industrie darauf abgesehen hat, die Hoffnungen, den Optimismus und den Ehrgeiz von naiven Jungautoren auszunutzen und die nicht im Traum daran denkt, etwas für den Verkaufserfolg der auf diese Weise entstandenen Büchern zu tun.

Viele solcher Verlage (die dieser Bezeichnung in keiner Weise gerecht werden) werben auch mit dem „Ghostwriting“ und sorgen so dafür, dass der Ruf dieser – ohnehin als zwielichtig geltenden Branche – noch negativer wird.

Ab wann ist Ghostwriting also seriös? Die Antwort kann nur lauten: Dann, wenn der Kunde weiß, was er tut und welche Dienstleistungen er für sein Geld verlangen kann. Dann, wenn die Agentur oder die Ghostwriter keine falschen Hoffnungen über die zu erwartenden Verkaufserfolge wecken. Und vor allem dann, wenn der Ghostwriter dem Kunden ein realistisches Bild seiner Tätigkeit, ihrer Möglichkeiten und Grenzen vermittelt . Vor allem aber dann, wenn beide Seiten sich in einem Austausch befinden, voneinander lernen und profitieren.

Seriöse Ghostwriter prüfen ihre Kunden in der Regel ebenso intensiv wie dies umgekehrt der Fall ist. Passt ein Kunde mit seiner Idee, seinen Vorstellungen oder dem gewünschten Stil nicht zu dem, was ein Ghostwriter leisten kann, so ist es sinnvoller, die Suche fortzusetzen – vielleicht kennt der Geist ja einen Kollegen, der besser geeignet ist, den gewünschten Text zu liefern.

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