Was heißt hier schon „selbstständig?“ – die große akademische Grauzone

Wer eine Magister-, Master, Diplom- oder Bachelorarbeit abgibt, muss in der Regel eine Erklärung über die selbstständige Erstellung unterzeichnen. Was aber bedeutet das?

Wissenschaftler stehen bekanntlich auf den „Schultern von Riesen“: Jede moderne wissenschaftliche Leistung, Erfindung oder Entdeckung basiert auf den Ergebnissen der bisherigen Forschung. Vorbei sind die Zeiten, als Aristoteles durch die Lande zog, die Welt beobachtete und seine Überlegungen ganz ohne Fußnoten und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein aufschrieb. Heute dagegen ist jeder anspruchsvollere wissenschaftliche Aufsatz mit umfangreichen Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen. Wissenschaft findet heute nicht im stillen Kämmerlein statt (und falls doch, so ist auch dort ein Internetanschluss vorhanden, mit dem sich die Ergebnisse schnell mitteilen und vergleichen lassen!)

Studenten sind angesichts dieser Entwicklungen häufig verunsichert, wenn es darum geht, ihre Abschlussarbeiten zu verfassen: Was gilt noch als selbstständige Leistung, was dagegen ist fragwürdig? Wer sich mit dem Betreuer seiner Arbeit abspricht, dürfte wohl auf der sicheren Seite sein. Was aber, wenn Kommilitonen umfangreiche Ratschläge geben, wie die Arbeit besser strukturiert werden kann? Wenn sie Hilfe bei der Literaturrecherche oder gar beim Schreiben selbst anbieten?
Ähnliche Fragen ergeben sich bei der Unterstützung von Recherche- oder Schreibtätigkeiten: Ist es legitim, die Literatursuche an eine Agentur zu übergeben? Wie verhält es sich mit der Zusammenfassung von wissenschaftlichen Texten? Darf die Arbeit auch inhaltlich korrigiert werden?

Jede seriöse wissenschaftliche Arbeit ist ein Unikat, daher können hier keine pauschalen Antworten gegeben werden. Was in einem Wissenschaftsbereich noch zu tolerieren ist, gilt im anderen als unerlaubte Hilfe. Auch individuell dürften die Urteile – je nach Betreuer der Arbeit – stark unterschiedlich ausfallen.

Akademische Ghostwriter können auf vielfältige Arten tätig werden. Sie können Texte übersetzen, zusammenfassen, analysieren und selbstständig zu Ergebnissen kommen. Dabei gehen Ghostwriter immer genau auf die speziellen Vorstellungen des Kunden ein und leisten Hilfe dort, wo sie erforderlich ist. Die Frage, ob diese Hilfe legitim ist, können sie allerdings nicht beantworten, da sie den konkreten Verwendungszweck ihrer Texte nicht kennen.

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