Wissenschaftliches Arbeiten: Welche Literatur ist geeignet?

Bevor ein Text einer umfassenden Auswertung unterzogen wird, muss zunächst ermittelt werden, ob er überhaupt für das eigene Thema geeignet ist. Diese Entscheidung ist keineswegs trivial.

Akademische Texte sind hier und da heimtückisch: Manche Autoren wählen unpassende Zitate oder unklare Formulierungen als Titel. Andere verstehen es nicht, kohärent zu schreiben – sie verlieren sich in einer Vielzahl einzelner Themen, die zwar alle einen Bezug zum Hauptthema aufweisen, aber den Leser eher verwirren, weil sie nicht klar geordnet sind. Häufig gehen viele Stunden verloren, weil Studenten zunächst auf Literatur stoßen, die nur sehr bedingt geeignet ist und wenig Material zum Thema enthält.

Die Entscheidung, ob ein Aufsatz oder ein Buch für die eigene Arbeit genutzt werden sollte, hängt von vielen Faktoren ab. Obwohl kein pauschaler Ratschlag erfolgen kann, helfen einige Fragen, wenn es darum geht, die Relevanz zu beurteilen:

  • Trifft der Text das Thema (kommen die wichtigsten Schlagworte und Suchbegriffe vor?)
  • Stammt der Text von einem profilierten Experten?
  • Handelt es sich um einen Text, der wissenschaftlichen Standards entspricht?
  • Geht der Text auf eine akademische Diskussion ein, die für die eigene Arbeit wichtig ist?
  • Nehmen andere Quellen Bezug auf die Ausarbeitung?
  • Welches sind die Quellen des Autors? Lassen sich aus dem Literaturverzeichnis weitere Anregungen für die eigene Arbeit entnehmen?

Je nach Fach kommen weitere Ansprüche, etwa die Frage der Aktualität, hinzu: Während in der Philosophie auch Texte, die mehr als 2000 Jahre alt sind, genutzt werden können, gilt für den Bereich der IT ein anderes Aktualitätsverständnis, da sich Hard- und Software in einem atemberaubenden Tempo weiterentwickeln.

Studenten sollten, bevor sie sich an eine langwierige Auswertung wissenschaftlicher Texte machen, genau prüfen, was in Frage kommt und was nicht: Wird relevante Literatur ausgelassen, so mindert das die Qualität der eigenen Arbeit. Wird dagegen Literatur genutzt, die sich als irrelevant herausstellt, so wird oft viel Zeit und Mühe investiert, ohne Fortschritte zu erzielen.

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