Ghostwriting im Internet

Informationen zum Thema Ghostwriting sind heute dank Google, Wikipedia und vielen eifrigen Autoren schneller und umfangreicher verfügbar als vor einigen Jahren. Dennoch dürfte es schwerfallen, sich einen Überblick zu verschaffen, der dem tatsächlichen Begriffsinhalt und der aktuellen Bedeutung des Themas gerecht wird. Die gebotenen Informationen sind mit Vorsicht zu genießen, da sie oft mehr verschleiern als preisgeben.

Wer immer etwas zum Thema äußert, tut dies meist weniger aus dem Bedürfnis heraus, die Öffentlichkeit zu informieren, als vielmehr aus dem Grund, weil er sich etwas davon verspricht. Die Informationen, die sich zum Ghostwriting finden, sind auf mehrere Arten durch das kommerzielle Gewinnstreben gefiltert:

– Ghostwriting ist eine Dienstleistung, demzufolge bemühen sich die verschiedenen Unternehmen und Personen, den Begriff für sich zu vereinnahmen, indem sie ihn definieren. Diese Art der Information ist entweder Teil der direkten Werbung oder, in größerem Zusammenhang, Teil des Marketing bzw. der Kundenbindung.
– Ghostwriting dient als Thema der Berichterstattung. Berichtet wird insbesondere dann, wenn Skandale lauern, Sensationen vermutet werden und, damit verbunden, höhere Besucherzahlen auf den Webseiten erreicht werden können, die zu größeren Werbeeinnahmen führen. Die Berichterstattung selbst folgt eigenen Dynamiken, die oft nur geringe journalistische Qualität aufweisen. Anstatt zu recherchieren setzt man häufig auf Sensationalisierung und Boulevardisierung. So erlebte der Begriff „Ghostwriting“ während der Guttenberg-Affäre eine ungeahnte Konjunktur, nur um kurz danach wieder weitgehend ignoriert zu werden.
– Suchmaschinen arbeiten ebenfalls mittels „Sponsored Links“ auf kommerzieller Basis und lassen sich die gute Platzierung einer Webseite entsprechend vergüten.

Betrachtet man die im Internet und in der Presse kursierenden Informationen zum Ghostwriting, so lassen sich die meisten Artikel (auch der vorliegende) auf einen oder mehrere dieser Faktoren zurückführen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf können zunächst einige Fehleinschätzungen und Illusionen vermieden werden – sowohl auf Seiten der Kunden, wie auch auf Seiten der Autoren und Journalisten, die sich mit dem Thema befassen.

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