Wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichen (IV): eigener Internetauftritt

Als „ultima ratio“ einer wissenschaftlichen Publikation kommt immer die Veröffentlichung auf der eigenen Webseite in Frage. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden.

Wem die bisher vorgestellten Publikationswege (Verlage, Web-Agenturen, Print-on-Demand) nicht zusagen, der kann durchaus diesen Weg beschreiten. Die heutige Wissenschaftswelt profitiert enorm von der Vernetzung und mitunter gehen auch aus privaten Blogs kreative Gedanken hervor, die die wissenschaftliche Forschung inspirieren.

Um dies zu erreichen, müssen die dargebotenen Informationen allerdings zunächst einmal in den unendlichen Weiten des Internets gefunden werden – keine leichte Aufgabe, zumal praktisch alle Webseitenbetreiber große Anstrengungen unternehmen, auf die vorderen Plätze bei Suchmaschinenrankings zu kommen. Gerade bei sehr allgemeine Themen ist es schwierig, zu punkten. Wer dagegen über sehr seltene und ausgefallene Themen schreibt, hat es etwas leichter, in seiner (kleineren) Zielgruppe Beachtung zu finden.

Die Publikation einer Arbeit über die eigene Webseite bedeutet, dass möglicherweise von einigen Nutzern die wissenschaftliche Qualifikation des Autors in Frage gestellt werden könnte: Ist es ihm nicht gelungen, in einem renommierten Journal zu veröffentlichen? Hat er keinen Verlag für sein Buch gefunden? Fehlte möglicherweise ein ausgiebiges „Peer Review“, in dem das Werk geprüft wurde?

Eine Publikation auf der eigenen Seite kann dennoch, wenn sie korrekt durchgeführt wurde, dazu beitragen, Kontakte zu anderen Forschern herzustellen und auch das wissenschaftliche Renommee zu steigern. Voraussetzung dafür ist aber der akademische Gehalt, den es vor der Veröffentlichung genau zu prüfen gilt. Erst wenn dies abgeschlossen ist, sollten weitere Erwägungen – wie die Suchmaschinenoptimierung und die Nennung in Foren stattfinden.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass das Internet kaum vergisst: Was einmal in digitaler Form hochgeladen wurde, kann immer wieder auftauchen – selbst wenn es von der ursprünglichen Seite gelöscht wurde. Wer also vorhat, den Text später als Buch zu veröffentlichen, könnte sich durch eine verfrühte Publikation schaden.

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